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Drei Tage vor Weihnachten


von Adolf Ey


Wie ich in der Dämmerung sacht
Drei Tage vor der heiligen Nacht
In dem bauschigen weiten Pelze
Durch die wirbelnden Flocken stelze,
Auf dem Graukopf die rauhe Mütz,
Ducknackt wie der alte Fritz,
Und das Runzelgesicht mit dem langen
Windverwehten Bart umhangen,
Hör ich hinter mir immer mehr
Kleine Füßchen trippeln daher.
Das trappelt und hüpft grad wie die Spatzen,
Und wie sie piepsen und wie sie schwatzen!
Und wie ich endlich um mich seh,
Stehn sieben Zwerglein in dem Schnee.
Drängen sich an mich dicht und dichter,
Lauter fragende Kindergesichter,
Und das Kleinste spricht und sieht mich an:
„Du, bist Du wirklich der Weihnachtsmann?"
Da hab ich denn frisch drauf los gelogen,
Bin mit ihnen zu dem Bäcker gezogen,
Und als mit Kake und Praline
Wir nachher standen drauß im Schnee,
Da sprach das kleinste Männchen bieder:
„Morgen punkt sechs, da kommen wir wieder!"