Gemeinsam Schönes entdecken, lesen, schreiben, ohne Häme, ohne Kritik, das ist unser Anliegen. Ich werde in Euren Beitragen nichts ändern oder korrigieren, denn keiner soll sich kontrolliert fühlen. Viel Freude am Schreiben und Lesen FvB

Ming Tao: Meine Haiku



EINS

Neues Leben wächst
Die Knospe bricht lachend auf
Betäubender Duft

Ming                                                 

Drei

Schneeflocken schweben
zerbrechliche Kristalle
entzücken das Herz

Ming



SECHS

Die Stille um uns
Senkt Freude in die Herzen
Lässt sie gesunden

Ming
                                                               

Andrea Seyfferth



Die Grenzen meiner Belastbarkeit
ich habe sie überreizt
aus meinem Wunsch heraus
nicht mehr allein zu sein
Angst
Kälte
bekannte
immer wieder neu
alte Angst
und ich kann
sie nicht mehr ertränken
verdrängen
wegträumen
wie früher
Ich muss mich ihr stellen.
Meine Träume
haben mich im Stich gelassen
Ich spüre meine Grenzen
Den kalten
scharfen
spitzen
Stacheldraht
der Zäune


Marianne Reepen




Letzter Okoberabend

Leis’ schob sich schon den Vorhang zu,
Dem Dunkel ich entflieh.'
Die Vöglein gingen längst zur Ruh.
Die Nacht kam viel zu früh.

Es ist mir wie im "Niemandsland,"
wo keiner lebt und schreibt,
dort wo man gänzlich unbekannt
und ungesehen bleibt?

Es igelt sich nun mancher ein,
mag den November nicht
und sucht der Kerzen sanften Schein.
Sie geben trautes Licht.

Wie trostvoll kleines Kerzlein brennt,
auf Gräbern - Tag und Nacht,
wo man geweint – allein, - getrennt,
am Ort, wo keiner lacht.

Ade, du schöne Lebenszeit,
da Freude war und Glück!
Nicht kann es ewig Sommer sein.
Was war, kehrt nicht zurück.

Ein Abglanz aller Schönheit nur
er blieb in uns als Trost,
wie eine feine Lebensspur,
als uns das Glück gekost.


© Marianne Reepen


- Lord Byron -

Wenn Nacht begräbt des Staubes Schmerzen,
Wohin wird, ach die Seele fliehn ?
Sie stirbt nicht – aus erloschnem Herzen
Muß sie zu anderen Reichen ziehn.
Wird sie entkörpert dann auf Sternen
Und Schritt um Schritt zum Himmel gehn ?
Wird sie sogleich des Weltalls Fernen,
Ein lebend Aug`, entschleiert sehn ?

Unendlich, ewig, nie verwesend,
Allsehend, aber unsichtbar,
Das Buch der Erd` und Himmel lesend,
Schaut sie im Geist, was ist und war:
Die schwächste Spur aus grauen Jahren;
Die im Gedächtnis dämmern mag,
Das Bild der Dinge, welche waren,
Steht wieder da wie heller Tag.

Zurück ins gärende Gewimmel
Des Chaos taucht sie, und hinauf
Bis zur Geburt der letzten Himmel
Sucht sie der Dinge großen Lauf.
Durch künft`ges Werden und Verderben
Umspannt ihr Blick den Flug der Zeit,
Ob Sonn` erlischt und Welten sterben
Reglos in seiner Ewigkeit.

Hoch über Lieb` und Haß und Trauer
Lebt sie in reiner, tiefer Ruh`;
Äonen fliehn wie Jahresdauer,
Und Erdenjahre wie ein Nu.
Weit, weiter schwebt sie ohne Schwinge,
Ein ew`ger namenloser Geist,
Durchs All und übers All der Dinge,
Und weiß nicht mehr, was Sterben heißt.


Marianne Reepen



Von der Einsamkeit...


Die Einsamkeit ist gut,
doch schickt sie tausende Gedanken.

Im Wunsch,
nicht Langweil zu erleiden,
lässt die Gelassenheit
nur schwer sich finden.

Gelassenheit ist Freiheit,
ein Ruhen in sich selbst,
die nur der Traum dir schenkt,
wenn frei du bist von Angst.

Nun ist man alt geworden,
und immer noch nicht recht
kann man so weise sein,
dies Freisein zu genießen.

Es bleibt ein Wechselspiel.
Gefühl ist eine starke Kraft,
die wieder Oberhand gewinnt,
hat man auch dieses ferne Ziel.

Zeig mir den Menschen,
der entfliehet dem Geschick,
der stets im größten Glück!
Wohl kaum wird man ihn finden.

Die Zeit, das Heute wird entschwinden,
und Abend wird’s und wieder Nacht,
und wieder wird es heller Tag -
da ist sie schon, die alte Pflicht, die alte Plag

Sie kommt und fordert,
ehe man es hat gedacht.
Drum lob ich immer wieder-
dede neue - gute Nacht.


© Marianne Reepen


Danke Marianne

Sonnenstaub



Sonnenstaub in der Luft,
Flimmern im Haar,
ich schließe meine Augen,
sehe dich-
Licht, Kraft-
wunderbar.
Nimmst den Staub leis auf,
kommst mit leisen Schritten
auf mich zu,
schüttest ihn auf meine Augen,
und ich lauf
ich lauf
mit dir
um das brennende Feuer herum,
fühle dieses leise Beben.
Ist das Leben?

FvB


Du hast recht!

Danke, ich setze deinen Kommentar von einem Blog in den anderen. Passt doch gut:


Hallo Flo,
da ich alles verfolge, hier mein Gedanke zum letzten Thema deiner PW-Seiten

Ganz still wirst du und bist doch voll Zorn,
wenn jemand so schamlos sich an Fremdem bedient,
doch glaub mir, schon an seiner Anmaßung bei
Nennung des Berufsstands sieht jeder gleich
auf welchem Mist wirklich etwas wächst,
haben wir doch die alte Berufsbezeichnung
noch gut in Erinnerung.
Verfolgen wir den Werdegang lächelnd.

Karla aus dem ST


Andrea Seyfferth



Die Grenzen meiner Belastbarkeit
ich habe sie überreizt
aus meinem Wunsch heraus
nicht mehr allein zu sein
Angst
Kälte
bekannte
immer wieder neu
alte Angst
und ich kann
sie nicht mehr ertränken
verdrängen
wegträumen
wie früher
Ich muss mich ihr stellen.
Meine Träume
haben mich im Stich gelassen
Ich spüre meine Grenzen
Den kalten
scharfen
spitzen
Stacheldraht
der Zäune



  

Liebes-Lied



Jüngst hatt`ich einen wundersamen Traum,
ich träumte DICH
und DU warst ein Baum
oder war es Dein Lied,
das sich völlig sphärisch
durch mein Wesen zieht,
war`s der betörend leichte Blütenduft
der tanzend schwirrend,
der das Sonnenlicht verwirrend
nach Leben, nur nach Leben ruft?

DU bist ein Baum
und hast mich angelacht.
Es ist dein Lachen,
das mich begleitet,
mich in Zukunftsträume leitet,
in meine sternenklare Nacht.


 Ernst >Wendusch