Drei Erzählungen beinhaltet
dieses Buch. Spätwerk der Autorin Dr. h.c. Tilly B. Zacharow. Sie erzählt über
ihre jüdische Mitschülerin Anita Levin s.A., die sie über 70 Jahre nicht
vergessen hat und von den deutschen Juden Miriam und Micha Michaelis, die in
den 1930-er Jahren nach Palästina auswanderten und Zeit ihres Lebens in dem
Kibbutz Dalia in Nordisrael lebten. Das Ehepaar verstarb im Jahre 2004 und ist
ebenda beerdigt. In der dritten Erzählung geht es um einen Rabbiner, der der
Sohn eines Nazis ist und zum Judentum übertrat.
Gemeinsam Schönes entdecken, lesen, schreiben, ohne Häme, ohne Kritik, das ist unser Anliegen. Ich werde in Euren Beitragen nichts ändern oder korrigieren, denn keiner soll sich kontrolliert fühlen. Viel Freude am Schreiben und Lesen FvB
Aidabella von 19.04. bis 02.05.2015
Route: Palma de Mallorca, Malaga,
Tanger, Cadiz, Lissabon, La Coruna, Honfleur, Dover, Hamburg
Als
ich sie wieder sah nach 6 Jahren war sie noch immer strahlend schön.
Aidabella.
Ich
bin wieder da, sagte ich ihr. Als ich sie das erste Mal sah habe ich meinen 75
Geburtstag auf ihr gefeiert. Ich war damals in tiefer Trauer und wollte nicht
feiern. Meine Kinder aber machten mir die Freude und haben mich auf dieser
wunderschönen Reise begleitet. So habe ich wieder den Sinn des Lebens zurück
gefunden. Jetzt bin ich 81 Jahre alt geworden und erlebte mit dieser Reise
meiner vierten Kreuzfahrt, das Wunder - die Freude am Leben.
Bin
so dankbar meinem Schicksal für diese Möglichkeit es noch genießen zu dürfen.
So
möchte ich meinen Fans, die ich durch meine Blogs bei ST gefunden habe auch
diese Reise so schildern wie ich sie erlebte.
Leider
kann ich nicht gut gehen, und es fällt mir schwer zu gestehen, dass ich die
wunderschönen Ausflüge nicht mehr genießen konnte. Trotzdem ist jede Reise die
man im Leben noch machen kann ein Erlebnis Ohne Gleichen.
Diese
Route war auch sehr schön, aber durch den Grad der Schwierigkeiten bei den
Ausflügen für ältere Senioren nicht geeignet. Trotzdem habe ich auch diese
Fahrt auf meine Weise genossen.
Nach
dieser Reise konnte ich nicht gleich meine Gedanken auf Papier bringen. Ich
wurde leider sehr krank und bis heute sehr schwach. Aber ich weiß, dass es
viele Menschen gibt die meine Blogs lesen werden.
Es
ist doch eine wunderbare Art anderen älteren Menschen zu sagen, dass jeder Tag
den man im Alter noch so schön erleben darf, ein Tag der Freude ist
In
diesen 6 Jahren hat sich Aida einen Namen gemacht. Ihre Flotte vergrößert sich
ständig und das neue Schiff Aidaprima wird einer der schönsten Erlebnisse der
Schiffsfahrt werden.
Wie
aus den Medien bekannt wurde hat Aida ihre ganze Flotte umweltfreundlich
umgebaut und wurde auch im Jahre 2014 als das erste Schiff mit dem besten
Unterhaltsprogramm ausgezeichnet. Das hat mich alles sehr gefreut, denn ich
wurde in den Jahren ein großer Fan dieser Flotte
.Diesmal
wurde es meine 4 Reise also 2-mal Aidabella und zweimal Aidasol. Drei Reisen
waren ein großes Erlebnis und ich habe es in meinen Blogs mit großer Freude
beschrieben
Eine
Schiffsreise kann trotzdem immer noch schön bleiben würde das Programm so sein
wie in diesen 3 Reisen vorher. Diesmal war es zu wenig und die Künstler leider
nicht auf diesem Niveau wie auf der Aidasol. Auch in den 6 Tagen auf der ersten
Fahrt mit der Aidabella war es ein Meisterstück der Akrobatik Kunst und der
guten Sänger. Menschen die diese Programme vorbereiten sind sich bewusst ,wie
viel Kraft es kostet gute Programme zu präsentieren. Das hat dazu beigetragen
das Aida als Unternehmen so erfolgreich geworden ist.
Jedes
gute Unternehmen ist das wert, was seine engagierten Mitarbeiter leisten.
13
Tage ,ein gutes Wetter, kein Regen Sonne, Meer Möwen. Das Singen der Wellen,
und ein Schaukeln was wir auf den vorigen Reisen nicht erlebt haben. Es war
also trotz des schlechten Programms eine Reise die man genießen konnte. Ich
bewunderte vom Schiff aus die wunderbare Architektur von Lissabon, die lange
Brücke. Auf meinen kleinen Ausflug den ich trotz Schmerzen noch geschafft habe
,genoss ich die kleinen Gassen mit den wunderbaren Blumen und der Mosaik der
Straßen. Die kleine Kirche mit ihren Altären, die Menschen die freundlich
grüßten. Das alles hinterlässt die Freude am Leben. Solange man noch im Leben
was sehen kann, solange man noch spüren und fühlen kann, so ist doch jeder Tag
ein wunderbarer Tag.
Es
war wie immer das gute wunderbare Essen, das nichts an der Qualität der vorigen
Jahre eingebüßt hat. Die Bedienung war wie immer so freundlich, dass man sich
gut fühlte und der Gedanke, dass sie sich glücklich schätzen auf diesen Schiff
arbeiten zu können und für ihren Familien Hilfe leisten, gab allen Gästen ein
Gefühl der Zufriedenheit dazu beigetragen zu haben.
Ein
Programm aber gab mir besonders viel Freude. Das war ein Abend wo die Crew die
Matrosenlieder für uns gesungen haben. Es war eine wunderbare Atmosphäre und
alle die am diesen Abend es erleben durften waren begeistert von diesen
Erlebnis. Es war ein gelungener Abend den man nicht vergessen wird.
Nicht
zu vergessen waren die Vorträge von Herrn Lektor Gerrit Aust- der uns mit
seinem Wissen auf wunderbare Weise die Schönheiten der Architektur der Orte
erklärte. So konnte ich auf diesem Wege alles erfahren und auf dem großen
Bildschirm sehen, was ich persönlich nicht besuchen konnte. Es war ein Genuss
diesen so begabten Lektor zu zuhören.
Es
waren auch Menschen die sich rührend um ältere Passagiere gekümmert haben. Ich
habe es selber erlebt, als man mir geholfen hat. Es waren so viele Menschen bei
der Abfertigung dass wir ohne Hilfe der Menschen von Sicherheitsdienst unseren
Zug nicht mehr bekommen hätten, dafür bedanke ich mich noch einmal herzlich.
Eins
aber möchte ich noch der Direktion der Aida ans Herz legen, die Programme und
Busse für ältere Menschen mit Behinderung so zu gestalten, dass diese Menschen
ihren Urlaub wenn´s möglich ist ohne Schmerzen genießen könnten.
So
wie immer ist mein Bericht kein originaler Reisebericht mit Beschreibung der
Architektur, denn das können Fachleute viel besser. Ich schreibe von
Empfindungen der Reisenden die Aida erleben, und auf diesem wunderbaren Schiff
ihren Urlaub erlebten. Von den Menschen die mit großer Begeisterung ihren Beruf
ausüben und so, den vielen Reisenden das Gefühl geben glücklich in dieser
anderen Welt zu sein, auch wenn es bloß 13 Tage sind. Viele Menschen können
sich solche Reisen nicht leisten und es wird lange gespart bis sie zu Stande kommt.
So
werde ich immer ein Fan der Flotte Aida bleiben, wenn die Preise so bleiben,
dass es sich auch weniger gut situierte Menschen leisten können.
Ottilie
Krafczyk
Meine Stadt erwacht
Noch träumt die Großstadt vor sich hin
ich wandre früh mit frohem Sinn
der Regen ließ die Straßen waschen
taufrisch sind Bäume, Häuser, Gassen
Tief seufzt der Park, vorbei das Darben
was Staub war glänzt in frischen Farben
die Rosen tragen schwere Köpfchen
an jeder Blüte tausend Tröpfchen
Noch morgen-still die ems'ge Stadt
die so viel helle Köpfe hat
wirf ab die Nacht! Nun wache auf!
Es gibt zu Tun, nun freu' dich drauf
Gertraud Gross

Elisabeth und Max
Ich
war noch ganz klein, da schenkte mir meine Patentante ihre Puppe Elisabeth. Auf
der Flucht 1920 war ihre alte Puppe verloren gegangen und so kaufte sie sich
mit 18 Jahren diese Babypuppe, die bei ihr saß, bis ich 3 Jahre alt war. Da
bekam ich sie zu Weihnachten und sie begleitete mich von da an überall hin. Obwohl ich noch die
Schildkrötpuppe Angeline meiner Mutter und Omas Baby Mäxchen – strohgefüllt
- bekam, war Elisabeth mir die liebste
Begleitung, weil der Stoffkörper so schön weich war. Doch natürlich kam auch
Mäxchen immer mit in den Puppenwagen, ich wollte ja eine gute Puppenmutter
sein, währen die kleine Madame immer auf meinem Klappbett neben den Büchern,
natürlich auf einem weichen Kissen saß. Sie wurde zwar auch in die Spiele mit
einbezogen, aber sie war eben steif und nicht schmusig.
Mit
14 Jahren kam ich ins Internat. Wegen der Packerei nach Zettel vergaß ich meine
Puppe einzupacken und vermisste sie fortan sehr. Hätte mich nicht gestört, wenn
die Anderen mich deswegen veräppelt hätten. So nahm ich mir vor, sie unbedingt
beim ersten Besuch zu Hause (Sommerferien) einzupacken.
Wie
groß war mein Kummer, als ich dann sah, was zwischenzeitlich passiert war.
Meine
Mutter hatte eiskalt alle meine Spielsachen, (mein Puppenhaus, vom Großvater
geschreinert, Puppenwagen, die meisten Mädchenbücher, Puppenkleidung) an ein
kleines Nachbarkind verschenkt. „Was willst du denn noch damit? Aus dem Alter
bist du raus!“ Peng
Auf
meinem Schrankbett saß nur noch die
Puppe Angeline.
Elisabeth
war weg! Mäxchen war weg! Ich heulte wie ein kleines Kind, konnte auch nicht
beim Nachbarn mir die Puppen oder wenigstens Elisabeth wieder holen, denn wir
waren 4 Wochen vorherg umgezogen, ein anderes Bundesland, eine neue
Umgebung....
Egal,
was dann auch an Puppen mir begegnete, ich suchte immer meine Elisabeth,
(Schildkröt - Baby Schlenkerle Blondköpfchen, 49 cm groß, wie ich heute weiß).
Ich hatte für sie gestrickt, gehäkelt, genäht…alles weg.
Als
ich meine Tochter bekam und sie die erste Puppe erhielt, fiel mir alles wieder
ein. Sie bekam ein Schildkröt - Schlummerle, das ich auch noch habe.
Nun
muss ich einen großen Zeitsprung machen, nämlich ins Internet zu Facebook. Wie
das so geht, sucht man nach Spuren der Vergangenheit, wenn man im Krankenhaus
oder zur Kur ist und viel Zeit hat. So traf ich auf Kindheitsfreunde und
Nachbarskinder.
Ja,
Ihr wisst schon, was jetzt kommt. Genau die kleine Christine von damals fand
ich wieder. Sie hat nie geheiratet, lebt heute noch in dem Haus der Eltern, in
das sie damals zogen.
Und
natürlich hatte sie auf dem Dachboden, wohlverpackt, noch ihre Puppen und damit
auch meine.
Sofort
bot sie mir an, mir diese zu schicken, was ich total gerührt annahm.
Und
dann saßen sie vor mir und die Kindheit holte mich ein. Zum Glück sind es dann
nur die schönen Momente.
Sie
hatten zwar neue Kleidung an, doch eine Mütze und ein Jäckchen aus meiner
Strickstube sind noch dabei.
Elisabeth
und Mäxchen sitzen nun immer in einem der Sessel meiner Tante, die diese von
ihrer Mutter erbte und die ich an meine Kinder weiter gab.Einer steht noch bei
mir.
Meiner
jüngerer Enkel (10) war ganz angetan von der Geschichte, die er miterlebte und
meinte: „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Puppen später mal bei mir
sitzen. Wenn ich eine Tochter bekomme, dann wird sie deine Elisabeth und Max
lieben. Ich erzähle ihr dann alles, was Elisabeth und Max wohl schon erlebt
haben.“
Dem neuen Jahr entgegen
Dem neuen Jahr entgegen
dem Alten ein Ade‘
Glück auf allen Wegen
wenn ich nach vorne seh‘
Was war das ist gewesen
was wird das komm herbei
was krankt ist nun
genesen
der Kopf ist wieder frei
Mag alles näher kommen
und ist es schwere Last
auch das wird angenommen
nur neuen Mut gefaßt
Es ist ein frohes
Schaffen
wenn Ziel und Wille klar
bei Seite mit dem Alten
das Last und Leiden war
Gertraud Gross
Ein Loblied dem Doktor
Wenn dich ein Wehwehchen
zwickt
Und dich hier und da was
drückt.
Ist der Doktor bald dein
Ziel,
denn der Doktor der weiß
viel.
Als erstes sagt er „ sag
mal „A“,
alles was er dabei sah,
erklärt er dir dann ganz
genau.
Du bist grad wie zuvor
so schlau.
Er drückt und klopft von
Kopf bis Zeh,
und fragt dich dann:
“tut da was weh?“
Nach dem Klopfen und dem
Drücken,
Sollst du dich gleich
ganz tief bücken.
Wenn möglich bis zum
großen Zeh.
Oh Schreck, du kommst
nicht mehr in die Höh.
Von den Wirbeln, diese
Scheiben
Wollen in der Stellung
bleiben.
Der Doktor sagt „ ich
muss jetzt spritzen.
Die Spritze muss ganz
sicher sitzen.
Denn setzt er sie am
falschen Ort,
fährst du von hier mit
dem Rollstuhl fort.
Du brauchst nicht gehen,
dich nicht mehr plagen,
du wirst vom Rollstuhl
jetzt getragen.
Drum mach ich allen
Leuten Mut;
Der Doktor ist doch für
etwas gut.
Gerhard ... (Bruno aus
dem ST)
Wenn der Winter des Lebens naht.
Immer wenn es
Winter wird und die Luft ihre frostigen Arme über die Erde breitet, weilt der
Mensch mit seinen Gedanken in der Winterzeit seines Lebens.
Die Natur geht
schlafen und auch das Alter lässt seine Attribute walten. Besonders wenn man
ein hohes Alter erreicht hat.
Man wird krank
und schwach, der Körper verkündet, dass der Abschied naht. Auch wenn man nicht
daran denken sollte, so sind die Gedanken da. Das ist die einzige Gerechtigkeit
der Welt. Es ist immer ein Anfang und ein Ende.
Bei solchen
Gedanken denkt man an das was im unserem Leben schön war. Kannst du von dir
sagen, dass Alles gut war? nein das kann man nicht. Man kann bloß sagen ich
wollte alles gut machen.
Ich bin
zufrieden, ich war glücklich und kann jedem mit Ehre in die Augen schauen.
In solchen
Minuten des Nachdenkens, kam die Erinnerung an Martha von der ich schon
geschrieben habe. Sie lebte 94 Jahre und ihr Leben könnte als Material für ein
ganzes Buch sein, nicht nur für eine kurze Erzählung.
Sie ist für mich
ein besonderer Mensch und ich verdanke ihr, dass ich sagen kann wie glücklich
ich doch in meinem Leben bin.
Vor kurzen sah
ich im Fernsehen eine Reportage über das Leben im Altersheim. Ich war
erschüttert, als ich sah, wie es in machen Altersheimen zugeht. Zu wenig
Personal und die Menschen haben das Lächeln verloren. Ich empfinde jedes
Altersheim als Wartesaal - aber auf was? Immer wieder sage ich mir „ nein ich
will nicht dort mein Leben beenden“ ja aber meinen Kindern möchte ich auch
nicht zur Last fallen, wenn eine Krankheit so schwer ist, das ich ein
Pflegefall würde. Diese Gedanken am Anfang eines Neuen Jahres sind nicht schön,
aber irgendwann muss man sich dieser Frage stellen.
Solange man
kann, sollte man in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Jeder Tag den man lebt
kann schön sein. Worte von Martha kommen mir dann in Sinn „ Ich verdanke mein
langes Leben meinen Töchtern, die mich pflegen“
Es ist nicht
einfach einen sehr lieben Menschen Zuhause zu pflegen. Wie oft waren die
Töchter überfordert. Aber sie haben alles mit Liebe für ihre Mutter getan.
Erst wenn man
sich bewusst wird, was es heißt so eine Pflege Zuhause zu leisten kann man
diese Arbeit in voller Masse beurteilen.
Seit ihrer
Witwenzeit wohnte Martha bei ihrer jüngsten Tochter. So übernahm sie den
größten Teil der Pflege. Ihre ältere Schwester kam jede Woche schon am
Donnerstagnachmittag und blieb bei der Mutter bis Montag. So teilten sie sich
in den letzten drei Jahren die Pflege. Es war nicht leicht für Tosca so nannte
sie ihre jüngste Tochter, die ihre Arbeit im Jugendzentrum mit der Pflege zu
koordinieren. Mit einem Lächeln begrüßte sie die Mutter jeden Morgen am ihren
Bett. Die letzten Monate war Martha bettlägerig. Immer wenn Tosca überfordert
war, dachte sie mit Liebe an die Zeit, als Mutter ihre Kinder betreute, sie in
die Schule schickte und sich um den Haushalt gekümmert hat. Sie war immer
berufstätig und mit ihrer Arbeit half sie ihren Söhnen die Ausbildung zu
finanzieren. Sie beide studierten Architektur die sie erfolgreich beendeten.
Heute sind beide berufstätig. So dachte sie immer, wenn ihr etwas zu schwer
wurde. Der Mutter verdankte sie es, dass ihre Kinder ihren Weg gefunden haben.
Sie selber dachte niemals an sich. Als sie ihren erlernten Beruf als
Technikerin nicht mehr bekommen konnte, zögerte sie keine Minute und nahm jeden
Job an, der sich ihr bot. So arbeitet sie bis jetzt als Haushelferin im diesen
katholischen Jugendzentrum.
Alles wird
wieder gut, sagte sie sich immer wieder. Als Martha mit 94 Jahren starb, war
der Tod eine Erlösung für Martha.
Jetzt mit 60
Jahren könnte Tosca endlich für sich etwas tun. Sich einen schönen Urlaub
gönnen mit allen Drum und Dran. Leider ist das Schicksal nicht so gnädig.
Unverhofft erkrankt ihr Mann schwer. „By Pass OP u.a Beschwerden , 8 Monate
lang“ Angst. Auch das vergeht. Ihr Mann muss umdenken nach seiner 60 %
Behinderung, darf er nicht mehr seinen Beruf voll ausüben. Aber auch das wird
gemeistert. Bloß nicht verzagen, sagt Tosca immer wieder. Doch dann ihre
Krankheit. Der Körper, der durch die Zeit der Pflege strapaziert wurde verlor
seine Kraft. Tage, Nächte der Angst, jetzt braucht sie Hilfe. Aber sie gibt
nicht auf. Sie ist stark und wird noch 3 Jahre ihrer Arbeit nachgehen sagt sie.
Diese Haltung
von Tosca hat mich beschämt, als ich an meine kleine Wehwehchen dachte. So soll
man im Leben sein, sich nicht unterkriegen lassen. Alles annehmen und mit Würde
tragen egal was kommt.
Also ich freue
mich, dass ich lebe, dass ich noch denken und fühlen kann, dass ich jeden Tag
genieße, egal ob es Regen oder Sonne gibt .Ich freue mich schon auf den
Frühling und ich freue mich auf Urlaub mit meiner Familie den ich am 19.04.15
antreten möchte.
Das Leben ist
schön.
Ottilie Krafczyk
Zeit und Unendlichkeit
Gertraud Groß
wo kein Anfang da kein Ende
keine Grenzen keine Wände
kein Beginn und auch kein Schluss
wie man so was denken muss
wie soll man das nur begreifen
das die Dinge in sich reifen
in sich wachsen und auch schwinden
sich in Andrem wiederfinden
sich so um und um formieren
und im neuen Stoff verlieren
sich zu Kräften aufgebaut
und zu Massen angestaut
um sich dann erneut zu lösen
und zu andren neuen Wesen
werden reifen und vergehn
so ist das nur zu verstehn
alles auch das denkend Leben
muss sich unentwegt neu weben
sich anpassen oder gehn
in Äonen leis verwehn
so seh ich die Ewigkeit
hat zu tun nichts mit der Zeit
die der Mensch sich hat ersonnen
und verbunden mit der Sonnen
dies ist nur um zu vermessen
und die Treffen nicht vergessen
das ist von der Ewigkeit
nicht ein Wimpernschlag der Zeit
Alten Wortes – neu gedenk *)
Was kümmert´s stolzen Baum im
Wald,
an dessen Stamm ein Würmlein
krallt,
das mit seiner schleim´gen Kraft
bis zu ihm es
hingeschafft.
Da hängt es nun mit seinem Gifte
und verpestet gute
Lüfte.
Doch des Baumes reicher
Wipfel
reicht schon an des Himmels
Zipfel,
von dessen Blau der eitle
Wurm
erhofft sich eignen Sieg im Sturm.
Da kommt der Förster, Stirn in
Falten,
sieht des Schmarotzers
Eigenwalten.
Er klaubt den Wurm so tief im
Walde
und wirft ihn auf die
Abfallhalde,
wo es stark stinkt zu Würmleins
Grämen
und es ihm ziemt, sich arg zu
schämen.
Dieweil des Baumes sanftem
Rauschen
Faun und Flora glücklich
lauschen.
So hält der Ursprung mancher
Sage
sich selbst bis heut in unsre Tage.
Die Wahrheit zeigt sich fest vernetzt:
Der Baum spürt´s kaum, was an ihm
wetzt.
Es hält sich Abdruck blinden Fimmels
nie in der Nähe hellen
Himmels.
So wird es bösen Würmern
gehn:
Sie sind längst tot, doch Bäume
wehn.
(Für F.v.B.
in Freundschaft)
in Freundschaft)
#Tilly Boesche-Zacharow
*)Das geflügelte Wort, um das es
geht:
Was kümmert es die stolze Eiche,
wenn sich ein Borstenvieh dran wetzt!
Ein Teilchen Gestern
Dort wo
der Wald mit grüner Zunge
am Gold
des Weizenfeldes schleckt,
hab'
ich in jenen fernen Jahren
ein
Birkenrindenherz versteckt.
Da war
ich jung noch und behende
und
kein Gedanke kam mich an,
dass
dies ein Frevel sei gewesen
und
sich nicht ziemte für den Mann.
Ob es
noch gibt den Baum mit Herze,
der so
wie ich war jung und schlank?
Und ob
am Weg ganz der der Nähe
zum
Ruhen einlädt dort die Bank?
Gedanken
kommen und vergehen.
Die
Zeit enteilt, nimmt vieles mit.
In uns
verbleibt ein Teil vom Gestern,
das
nicht an dem Vergessen litt.
Otmar
Müller
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