Gemeinsam Schönes entdecken, lesen, schreiben, ohne Häme, ohne Kritik, das ist unser Anliegen. Ich werde in Euren Beitragen nichts ändern oder korrigieren, denn keiner soll sich kontrolliert fühlen. Viel Freude am Schreiben und Lesen FvB

Magnolien - Blütenzeit


Im Mai
            

            Magnolienblüten im Festtagskleid
            Der Frühling ist kühl, doch er lächelt befreit.
            Grün stehn die Wiesen am Morgen im Tau
            Die Veilchen erblühn in besonderem Blau.

            Anemonen und Tulpen ganz pünktlich zur Stelle,
            Der Bach stürmt voran mit silberner Welle.
            Die Birke stand gestern noch grau vor dem Licht,
            Heut trägt sie ihr schimmerndes  Frühlingsgesicht.  
 
                                     (C.:by AW)
 
 
 

Vergiss nie


 
Wenn Tränengold die Wangen ziert,
weil Freundschaft sie zutiefst berührt,
dann danke leise - einfach still -
für dieses herrliche Gefühl.
 
Wem Seelenheil noch wichtig ist,
der weiß, dass man ihn nie vergisst.
Mag Leben auch beschwerlich sein,
mit Freunden bist du nie allein.
 
Ja, irgendwann gibst du zurück,
trocknest des Freundes Tränenblick,
schenkst Hoffnung, Mut und Zuversicht,
dann strahlt ihm bald ein neues Licht.
 
So wundervoll schließt sich der Kreis
wenn du um deine Freunde weißt.
Vergiss niemals was sie geschenkt,
weil Liebe ihre Herzen lenkt.

@ Anne Schwegmann
 
 

Engel der Hoffnung

 
 Engel der Hoffnung,
wo finde ich dich?
Im Tal meiner Sorgen,
da fürchte ich mich.
Ich schließe die Augen,
doch find keine Ruh.
Oh, Engel der Hoffnung,
sag mir, wo bist du?

Engel der Sehnsucht,
kennst du meinen Schmerz?
Die Tränen, sie brennen
so tief mir im Herz.
Ich sehe das Glück,
das so mancher genießt.
Oh, Engel der Sehnsucht,
weißt du, wie das ist?

Engel der Liebe,
lass mich nicht allein.
Es ist unerträglich
nur einsam zu sein.
Ich suche schon lange
ein Herz, das mich liebt.
Oh, Engel der Liebe,
sag, wo es das gibt.

Engel des Friedens,
erfülle mein Sein.
Pflanz mir deinen Samen
der Zuversicht ein.
Halt mich fest im Glauben
und schenke mir Mut.
Oh, Engel des Friedens,
dann wird alles gut.
© Anne Schwegmann
17.06.2011
 
 
 

Allein bist du nie






Manchmal
erhellt ein Stern
deine Nacht
funkelnd
fremd
und fern
doch er wacht
mit dir

Manchmal
bewegt nur der Wind
den Sand
der Wüste
zu deinen Füßen
doch
allein bist du nie


Edeltraud Danesch




 

Die Blume der Hoffnung!




Irgendwann kommt der Tag,
an dem du spürst,
dass man selbst in Einsamkeiten
nicht völlig alleine ist,
begegnest du Menschen,
deren Pulsschlag du ahnen,
erspüren kannst.

Das sind die Tage,
die dich stark machen,
die dich hoffen lassen,
dass es in unserer Welt
noch Menschen gibt,
die mit dir weinen und lachen,
die bereit sind,
nur ein wenig Anteil zu nehmen
und deine kleiner werdenden Träume
mit dir zu teilen.

Sie haben immer noch
ein Lächeln für dich,
kleine Freuden,
die auch ihnen nur geschenkt werden.

Das sind die Menschen,
die bereit bleiben,
ein Stück des Weges mit dir zu gehen,
auch wenn sie selbst zu tragen haben.

Ihr Wesen gibt Kraft,
richtet dich auf und lässt dich spüren:

"Ich schenke dir
die kleine Blume der Hoffnung."


© Marianne Reepen



Du und ich


In der Luft
ein Hauch von Nichts
Ein Sternenhimmel
voller Viel
Die Gedanken 
eine Schachtel bunter Fäden.
Such dir einen aus
und ich bestricke dich damit

© Jade



Ferdinand Freiligrath



 (Aus "Neuere politische und soziale Gedichte", 1849-51)

Kein offner Hieb in offner Schlacht - 
es fällen die Nücken und Tücken, 
es fällt mich die schleichende Niedertracht 
der schmutzigen West-Kalmücken! 



David und der Weihnachtskarpfen



Auswahlliste Deutscher Jugendliteraturpreis 1975



Ich wusste doch, 
dass wir das Buch 
noch in unserer 
Kinderbücherkiste
meiner Tochter hatten






Diese Weihnachtsgeschichte, in der ein kleiner Junge ein ganz besonderes Geschenk von seinem Vater bekommt, spielt am Tag vor dem Heiligen Abend in Prag.
Es wird erzählt, wie David und sein Vater auf dem Fischmarkt einen Karpfen kaufen und ihn zusammen nach Hause tragen. Als aber David in der Küche das große Messer entdeckt, will er diesen Fisch retten. Doch bis Vater und Sohn am Heiligen Abend am Ufer der Moldau stehen und dem Karpfen seine Freiheit schenken, muss noch ein kleines Weihnachtswunder geschehen.

Ferdinand Freiligrath

 

O Lieb, solang du lieben kannst!

O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

Und sorge, daß dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!

Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu ihm, was du kannst, zulieb!
Und mach ihm jede Stunde froh,
Und mach ihm keine Stunde trüb!

Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
O Gott, es war nicht bös gemeint, -
Der andre aber geht und klagt.

O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und naß,
- Sie sehn den andern nimmermehr -
Ins lange, feuchte Kirchhofsgras.

Und sprichst: O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, daß ich gekränkt dich hab!
O Gott, es war nicht bös gemeint!

Er aber sieht und hört dich nicht,
Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst;
Der Mund, der oft dich küßte, spricht
Nie wieder: Ich vergab dir längst!

Er tat’s, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort -
Doch still - er ruht, er ist am Ziel!

O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!


Ferdinand Freiligrath