Gemeinsam Schönes entdecken, lesen, schreiben, ohne Häme, ohne Kritik, das ist unser Anliegen. Ich werde in Euren Beitragen nichts ändern oder korrigieren, denn keiner soll sich kontrolliert fühlen. Viel Freude am Schreiben und Lesen FvB
Allein bist du nie
Manchmal
erhellt ein Stern
deine Nacht
funkelnd
fremd
und fern
doch er wacht
mit dir
Manchmal
bewegt nur der Wind
den Sand
der Wüste
zu deinen Füßen
doch
allein bist du nie
Edeltraud Danesch
Die Blume der Hoffnung!
Irgendwann kommt der Tag,
an dem du spürst,
dass man selbst in Einsamkeiten
nicht völlig alleine ist,
begegnest du Menschen,
deren Pulsschlag du ahnen,
erspüren kannst.
Das sind die Tage,
die dich stark machen,
die dich hoffen lassen,
dass es in unserer Welt
noch Menschen gibt,
die mit dir weinen und lachen,
die bereit sind,
nur ein wenig Anteil zu nehmen
und deine kleiner werdenden Träume
mit dir zu teilen.
Sie haben immer noch
ein Lächeln für dich,
kleine Freuden,
die auch ihnen nur geschenkt werden.
Das sind die Menschen,
die bereit bleiben,
ein Stück des Weges mit dir zu gehen,
auch wenn sie selbst zu tragen haben.
Ihr Wesen gibt Kraft,
richtet dich auf und lässt dich spüren:
"Ich schenke dir
die kleine Blume der Hoffnung."
© Marianne Reepen
Du und ich
In der Luft
ein Hauch von Nichts
Ein Sternenhimmel
voller Viel
Die Gedanken
eine Schachtel bunter Fäden.
Such dir einen aus
und ich bestricke dich damit
© Jade
Ferdinand Freiligrath
(Aus "Neuere politische und soziale Gedichte", 1849-51)
Kein offner Hieb in offner Schlacht -
es fällen die Nücken und Tücken,
es fällt mich die schleichende Niedertracht
der schmutzigen West-Kalmücken!
David und der Weihnachtskarpfen
Auswahlliste Deutscher Jugendliteraturpreis 1975
Ich wusste doch,
dass wir das Buch
noch in unserer
Kinderbücherkiste
meiner Tochter hatten
Diese Weihnachtsgeschichte, in der ein kleiner Junge ein ganz besonderes Geschenk von seinem Vater bekommt, spielt am Tag vor dem Heiligen Abend in Prag.
Es wird erzählt, wie David und sein Vater auf dem Fischmarkt einen Karpfen kaufen und ihn zusammen nach Hause tragen. Als aber David in der Küche das große Messer entdeckt, will er diesen Fisch retten. Doch bis Vater und Sohn am Heiligen Abend am Ufer der Moldau stehen und dem Karpfen seine Freiheit schenken, muss noch ein kleines Weihnachtswunder geschehen.
Ferdinand Freiligrath
O Lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Und sorge, daß dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!
Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu ihm, was du kannst, zulieb!
Und mach ihm jede Stunde froh,
Und mach ihm keine Stunde trüb!
Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
O Gott, es war nicht bös gemeint, -
Der andre aber geht und klagt.
O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und naß,
- Sie sehn den andern nimmermehr -
Ins lange, feuchte Kirchhofsgras.
Und sprichst: O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, daß ich gekränkt dich hab!
O Gott, es war nicht bös gemeint!
Er aber sieht und hört dich nicht,
Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst;
Der Mund, der oft dich küßte, spricht
Nie wieder: Ich vergab dir längst!
Er tat’s, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort -
Doch still - er ruht, er ist am Ziel!
O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Und sorge, daß dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!
Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu ihm, was du kannst, zulieb!
Und mach ihm jede Stunde froh,
Und mach ihm keine Stunde trüb!
Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
O Gott, es war nicht bös gemeint, -
Der andre aber geht und klagt.
O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und naß,
- Sie sehn den andern nimmermehr -
Ins lange, feuchte Kirchhofsgras.
Und sprichst: O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, daß ich gekränkt dich hab!
O Gott, es war nicht bös gemeint!
Er aber sieht und hört dich nicht,
Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst;
Der Mund, der oft dich küßte, spricht
Nie wieder: Ich vergab dir längst!
Er tat’s, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort -
Doch still - er ruht, er ist am Ziel!
O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Marianne Reepen
Liebessymphonien
der Herzen,
die
von der Schönheit der Erde singen,
wo
breite Ströme fließen
und
klare Quellen springen,
wo
alle Bäume rauschen,
wir
murmelnden Bächen lauschen,
Vogelrufe
in Sehnsuchtsweisen tönen
und
Menschenherzen rufen nach Versöhnen!
Molltöne
entstehen dort, wo Menschen bangen,
in
unhörbarem Verlangen.
Meeressymphonien,
Wellenmelodien,
die
lieblich und leicht die Ufer umspülen,
gewaltig
tosend die Erde aufwühlen!
Wildmöwen,
die über das Wasser kreischen,
gierig,
begehrenden Raubvögeln gleichen.
im
gleißenden, beißenden Sonnenlicht-
Und
am Abend
ein
leichtes Geplätscher
im
Mondenschein,
Glanz
auf den Wassern
und
ein Mensch,
völlig
allein,
dem
Wunder hingegeben!
Gut ist es,
schreiben zu können.
Man taucht
dabei ein,
in eine andere
Welt
und vergisst
darin alle Schwere.
Es mutet an,
wie ein Wunder,
dass dieses
möglich ist.
Das geistige
Tun
übersteigt und
verschleiert für eine Zeitlang alles,
was man als
unangenehm empfindet
und bringt uns dadurch
in weit bessere
Atmosphären,
als sie die
Wirklichkeit vorgibt.
©
Marykathrein
19. August 2012
Johann Christian Friedrich Hölderlin
Des Morgens
Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen
Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.
Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
Auge, du Freudiger! zu, solang du
In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
Du möchtest immer eilen, könnt ich,
Göttlicher Wandrer, mit dir! – doch lächelst
Des frohen Übermütigen du, daß er
Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
Mein sterblich Tun und heitre wieder
Gütiger! heute den stillen Pfad mir.
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen
Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.
Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
Auge, du Freudiger! zu, solang du
In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
Du möchtest immer eilen, könnt ich,
Göttlicher Wandrer, mit dir! – doch lächelst
Des frohen Übermütigen du, daß er
Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
Mein sterblich Tun und heitre wieder
Gütiger! heute den stillen Pfad mir.
Johann Christian Friedrich Hölderlin
(* 20. März 1770 in Lauffen am Neckar; † 7. Juni 1843 in Tübingen)
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